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Medizinischer Tierrettungsdienst

Medizinischer Tierrettungsdienst

Tier in Gewässer, Brunnen oder Schacht – was tun im Notfall?

Ein Tier im Wasser, in einem Brunnen oder in einem Schacht ist immer ein akuter Notfall – für das Tier (Unterkühlung, Erschöpfung, Ertrinken) und oft auch für Menschen (Absturzgefahr, giftige Gase, Strom, rutschige Kanten). Auf dieser Seite bekommst du klare Soforthilfe: Was du innerhalb einer Minute tun kannst, was gefährlich ist, welche Informationen wir brauchen und wann Tierarzt, Tierrettung oder Feuerwehr die richtige Wahl sind.

Ist ein Tier in ein Gewässer, einen Brunnen oder einen Schacht gefallen, besteht akute Lebensgefahr durch Ertrinken oder Unterkühlung. Eine schnelle Tierrettung ist hier entscheidend. Die Bergung erfolgt meist durch eine technische Tierrettung, bei der das Tier gesichert und schonend herausgeholt wird. Bitte kontaktieren Sie bei einem solchen Notfall sofort unseren Tiernotdienst oder den 24h Tiernotruf. Weitere Hinweise zum richtigen Verhalten finden Sie im 24/7 Notfall-Guide.

Sofortmaßnahmen in 60 Sekunden

1) Ruhe bewahren & Abstand halten. Geh nicht an die Kante, setz dich nicht auf Abdeckungen, tritt nicht auf feuchte Ränder. Ein zweites Unfallopfer hilft niemandem.

2) Bereich sichern. Halte Kinder, Passanten und Hunde fern. Wenn möglich: Absperren (Warnblinklicht, Jacke, Taschenlampe, Kegel, Äste). Bei Nacht zusätzlich Licht.

3) Tier beobachten – ohne es zu treiben. Bewege dich langsam, sprich ruhig. Hektik kann Panik auslösen: Tiere rutschen tiefer, schwimmen weg oder verfangen sich.

4) Wenn erreichbar: eine sichere Ausstiegshilfe anbieten. Ohne selbst hineinzugehen. Geeignet sind z. B. ein langes Brett, eine stabile Leiter, ein Rettungsring, ein stabiler Ast, eine Decke oder ein Gurt/Band. Lege die Hilfe flach an, sodass das Tier selbst hochkommen kann.

5) Bei offenem Wasser (Bach/Teich): Ufernahe Rettung statt Nachspringen. Reiche einen langen Gegenstand (Leine, Stange, Ast). Bei Strömung: immer von der sicheren Seite arbeiten, nicht in die Strömung hinein.

6) Notruf wählen, wenn Gefahr für Menschen besteht oder das Tier nicht schnell selbst herauskommt. Bei tiefen Schächten/Brunnen oder unbekannten Bedingungen ist das ein Einsatz für Profis. Wenn du uns erreichst: Wir koordinieren die passende Hilfe.

Das solltest du NICHT tun

NICHT in Brunnen, Schacht oder Grube hinuntersteigen. Absturz, Kantenbruch, Rutschgefahr, Sauerstoffmangel oder gefährliche Gase (z. B. Kanalgase) können in Sekunden lebensgefährlich werden.

NICHT „mal eben“ am Tier ziehen. Am Halsband, Schwanz, Beinen oder Flügeln zu ziehen kann schwere Verletzungen verursachen – und du riskierst Bisse/Kratzer.

NICHT ins Wasser springen. Unterkühlung, Strömung, Schlamm, unsichtbare Hindernisse und Panik sind extrem gefährlich. Auch geübte Schwimmer geraten in Not.

NICHT Abdeckungen anheben, wenn du die Stabilität nicht kennst. Schachtdeckel/Brunnenringe können verrutschen, einklemmen oder nachgeben.

NICHT laut schreien oder viele Helfer gleichzeitig agieren lassen. Das erhöht Stress, treibt das Tier tiefer oder weg und erschwert eine kontrollierte Rettung.

NICHT mit Futter „locken“, wenn das Tier bereits erschöpft ist. Viele Tiere können in Panik nicht fressen. Priorität hat ein sicherer Ausstieg und professionelle Bergung.

NICHT mit elektrischen Geräten oder improvisierten Winden arbeiten. Stromschlag, Seilriss, Quetschungen – das endet oft mit schweren Unfällen.

Welche Infos wir brauchen (damit Hilfe sofort startet)

Je genauer deine Angaben, desto schneller die Rettung. Wenn du kannst, halte diese Infos bereit:

  • Genaue Position: Adresse, Ortsteil, nächster Weg/Parkplatz, markante Punkte. Idealerweise GPS/Standort aus dem Smartphone.
  • Art des Ortes: Gewässer (Bach/Teich/See), Brunnen, Schacht, Baugrube, Zisterne, Gully/Abfluss, Kanal, Regenrückhaltebecken.
  • Tiefe/Entfernung: geschätzt (z. B. „ca. 3–4 m tief“, „Tier 10 m vom Ufer entfernt“). Bei Brunnen/Schacht: ist Wasser sichtbar?
  • Zugang & Erreichbarkeit: Kann ein Fahrzeug nah heran? Gibt es Treppen, Hang, verschlossene Tore? Schlüssel vorhanden? Privatgelände?
  • Tierart & Größe: Hund/Katze/Vogel/Wildtier/Nutztier; klein/mittel/groß. Bei Hund: Rasse/ca. Gewicht.
  • Zustand des Tieres: wach/reaktionsfähig, schwimmt noch, klammert, stark erschöpft, verletzt, unterkühlt, sichtbar festgeklemmt?
  • Gefahrenlage: Strömung, Eis, steile Kante, rutschiger Rand, Verdacht auf Strom (Pumpe/Weidezaun), Chemikalien/Abwasser, Baustelle, Verkehr.
  • Verhalten: panisch, aggressiv, sehr scheu, lässt Nähe zu, versucht zu klettern.
  • Kontakt vor Ort: Name, Rückrufnummer, wer wartet am Zugang und kann einweisen?

Wann Tierarzt – wann Tierrettung – wann Feuerwehr?

Tierarzt: wenn das Tier zwar raus ist, aber medizinische Hilfe braucht

Nach einer Wasser- oder Schachtrettung wirkt ein Tier oft „erstmal wieder okay“ – trotzdem können Spätfolgen auftreten. Zum Tierarzt (so bald wie möglich), wenn eines davon zutrifft:

  • Unterkühlung: Zittern, kalte Ohren/Pfoten, Schwäche, apathisch.
  • Atemprobleme: Husten, Röcheln, schnelle Atmung, Schaum, Würgen (Wasser in den Atemwegen möglich).
  • Verletzungen: Blutung, Lahmheit, Schmerzen, Schürfwunden, Verdacht auf Bruch/Quetschung.
  • Vergiftungsverdacht: Tier war in Abwasser, Öl, Chemikalien, Gülle oder unbekannter Brühe.
  • Schock: blasse Schleimhäute, starkes Hecheln, Unruhe oder auffällige Müdigkeit.

Wichtig: Halte das Tier warm (Decke), ruhig und möglichst trocken. Kein heißes Bad, keine starke Reibung, keine „Hausmittel“ in Stresssituationen.

Tierrettung: wenn Rettung technisch/tierschutzgerecht möglich ist, aber kein akuter Personenschutz-Notfall vorliegt

Tierrettung ist passend, wenn das Tier in einer Zisterne, einem flachen Schacht, einer Grube oder ufernah im Gewässer feststeckt und eine gesicherte Bergung mit passendem Equipment nötig ist (Leitern, Gurte, Fang- und Sicherungsmaterial, Transport). Besonders sinnvoll ist das, wenn:

  • das Tier zugänglich ist, aber nicht alleine herauskommt,
  • eine ruhige, tierschonende Rettung notwendig ist (z. B. Katze, Hund, Wildtier),
  • du bereits gesichert hast und jemand einweisen kann,
  • keine Hinweise auf gefährliche Gase/Explosion/akute Lebensgefahr für Menschen bestehen.

Feuerwehr / Notruf 112: wenn Menschen gefährdet sind oder Spezialrettung nötig ist

112 ist die richtige Wahl, wenn einer dieser Punkte zutrifft:

  • Tiefe Schächte/Brunnen oder unklare Stabilität – Absturzgefahr.
  • Verdacht auf gefährliche Gase (Kanal, Güllegrube, Schachtanlagen) oder Sauerstoffmangel.
  • Starke Strömung, Hochwasser, Eis oder Rettung in fließendem Gewässer.
  • Großtiere (z. B. Pferd, Rind) oder wenn schweres Gerät/Seiltechnik nötig ist.
  • Person ist bereits im Wasser/Schacht oder droht hineinzufallen.
  • Akute Lebensgefahr für das Tier (z. B. bereits untergehend, eingeklemmt, bewusstlos) und du kannst nicht sofort sicher helfen.

Wenn du uns kontaktierst und wir feststellen, dass es ein Einsatz für 112 ist, sagen wir dir das direkt – ohne Umwege.

Was passiert nach deinem Anruf?

Damit du weißt, was dich erwartet: Wir stellen dir gezielte Fragen (Ort, Tier, Zugang, Gefahren), geben dir sofort telefonische Anweisungen zur Absicherung und entscheiden dann, ob Tierrettung, Tierarzt oder Feuerwehr am schnellsten und sichersten hilft. Vor Ort arbeiten wir nach dem Grundsatz: Menschen sichern, Tier stressarm retten, anschließend medizinische Abklärung empfehlen.

Mini-Checkliste für dich (bis Hilfe eintrifft)

  • Standort teilen (Smartphone/GPS) und jemanden zum Einweisen positionieren.
  • Bereich absichern, Abstand zur Kante, keine Alleingänge.
  • Ruhig bleiben, Tier nicht scheuchen, keine riskanten Rettungsversuche.
  • Wenn möglich: sichere Ausstiegshilfe anbieten (Brett/Leiter/Leine) – ohne selbst hineinzugehen.
  • Nach der Rettung: Tier warm halten, Atmung beobachten, bei Auffälligkeiten zum Tierarzt.

Wenn es akut ist: Bleib am Ort, sichere die Stelle und melde dich mit den Infos aus der Liste. Je klarer die Angaben, desto schneller kommt die passende Hilfe.

Tier in Not? Jetzt richtig handeln

Wenn ein Tier verletzt ist, starke Schmerzen zeigt oder sich in akuter Gefahr befindet, zögern Sie nicht. Jede Minute kann entscheidend sein.

Kontaktieren Sie jetzt den zuständigen Tierrettungsdienst oder den tierärztlichen Notdienst und schildern Sie Ort, Tierart und Zustand so genau wie möglich.

Bleiben Sie ruhig, sichern Sie die Umgebung und warten Sie auf professionelle Hilfe.

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