Tiernotruf: Sofort Hilfe holen, wenn ein Tier in Gefahr ist
Ein Tiernotruf ist genau dann wichtig, wenn Sekunden zählen: Ein verletztes Haustier, ein angefahrenes Wildtier am Straßenrand oder ein Tier, das sich in einer misslichen Lage befindet. In solchen Momenten ist es gut zu wissen, was zu tun ist – ruhig bleiben, richtig handeln und schnell die passende Hilfe erreichen.
Auf dieser Seite erfährst du, wann ein Tiernotruf sinnvoll ist, welche Informationen in der Notlage entscheidend sind und wie du dich bis zum Eintreffen der Hilfe am besten verhältst.
Der Tiernotruf ist häufig der erste Schritt bei einem Notfall und sorgt dafür, dass Einsätze schnell koordiniert werden, eingebettet in die Strukturen der Tierrettung.
Was ist ein Tiernotruf?
Der Tiernotruf ist eine schnelle Kontaktmöglichkeit, um Hilfe für Tiere in akuten Notsituationen zu organisieren. Das kann die Unterstützung für Haustiere (z. B. Hund, Katze) betreffen, aber auch für Wildtiere (z. B. Igel, Fuchs, Reh) oder Nutztiere (z. B. Pferd, Schaf), wenn Gefahr besteht oder ein Tier dringend medizinische Versorgung braucht.
Wichtig: Nicht jede Situation ist automatisch ein Notfall. Gleichzeitig ist es besser, einmal zu viel nachzufragen als einmal zu wenig – vor allem, wenn das Tier verletzt ist, stark leidet oder eine Gefahr für den Straßenverkehr entsteht.
Wann solltest du den Tiernotruf wählen?
Ein Tiernotruf ist besonders dann richtig, wenn eines oder mehrere dieser Zeichen zutreffen:
- Verletzungen: Sichtbare Wunden, Blutungen, gebrochene Gliedmaßen, offene Brüche.
- Unfall: Tier wurde angefahren oder ist in einen Unfall verwickelt.
- Akute Atemnot: Röcheln, starke Hechelatmung, blau verfärbte Zunge oder Schleimhäute.
- Starke Schmerzen: Jaulen, Schreien, apathisches Verhalten, Zittern.
- Vergiftung: Speicheln, Erbrechen, Krämpfe, Taumeln, Bewusstseinsstörungen.
- Feststecken oder Eingeklemmt: Tier in Zaun, Gully, Motorraum, Fensterkippstellung oder Grube.
- Gefahr für Menschen oder Verkehr: Wildtier am Straßenrand, Tier läuft panisch auf Fahrbahn.
- Unterkühlung oder Hitzeschlag: Extremes Hecheln, Kollaps, sehr heißer Körper oder starkes Frieren.
- Jungtier in Gefahr: Sichtbar geschwächt, verletzt oder in unmittelbarer Bedrohung.
Wenn du unsicher bist: Beschreibe die Situation am Telefon so genau wie möglich. So kann schnell entschieden werden, welche Hilfe benötigt wird.
Nach dem Eingang eines Notrufs wird häufig der Tiernotdienst aktiviert. Bei Verletzungen erfolgt die Übergabe oft an die medizinische Tierrettung.
Der wichtigste Schritt zuerst: Eigene Sicherheit
So verständlich es ist, sofort helfen zu wollen: Achte zuerst auf deine eigene Sicherheit. Gerade bei Verkehrsunfällen oder verletzten Wildtieren kann es gefährlich werden.
- Absichern: Warnblinker an, Warnweste tragen, Unfallstelle absichern (Warndreieck).
- Abstand halten: Verletzte Wildtiere können aus Schmerz heraus beißen oder treten.
- Keine Selbstgefährdung: Nicht auf die Fahrbahn laufen, nicht in ungesicherte Schächte steigen.
- Andere schützen: Wenn möglich den Bereich sichern, damit keine weiteren Unfälle passieren.
Welche Informationen braucht der Tiernotruf am Telefon?
Je klarer die Infos, desto schneller kann Hilfe koordiniert werden. Halte – wenn möglich – Folgendes bereit:
- Deinen Standort: Ort, Straße, Hausnummer oder markante Punkte (z. B. Parkplatz, Bushaltestelle).
- Genauer Fundort: Bei Landstraße: Fahrtrichtung, Kilometerangaben, nächster Abzweig.
- Welche Tierart: Hund, Katze, Wildtier (wenn möglich genauer: Igel, Reh, Vogel usw.).
- Zustand des Tieres: Blutungen, Atmung, Bewegungsfähigkeit, Bewusstsein, sichtbare Verletzungen.
- Gefahrenlage: Verkehr, aggressives Verhalten, eingeklemmt, schwer zugänglicher Ort.
- Kontakt: Rückrufnummer für Rückfragen.
Tipp: Wenn du die Adresse nicht kennst, kann ein Smartphone-Standort (GPS) helfen. Suche nach Hinweisen wie Straßenschildern, Wegpunkten oder nenne Koordinaten, wenn du sie sehen kannst.
Was kannst du bis zum Eintreffen der Hilfe tun?
Du musst nicht „alles können“, aber ein paar Dinge helfen oft enorm. Wichtig ist: ruhig bleiben, wenig Stress auslösen und nichts überstürzen.
1) Tier beruhigen und Stress reduzieren
- Sprich leise und ruhig.
- Vermeide hektische Bewegungen.
- Wenn möglich: Abstand halten, damit das Tier nicht panisch wird.
2) Vorsicht vor Bissen und Tritten
Auch sonst freundliche Tiere können in Schmerzen unberechenbar reagieren. Achte auf Warnzeichen wie Knurren, Fauchen, gespannte Körperhaltung oder panisches Schnappen.
3) Wärme oder Schutz geben – aber richtig
- Unterkühlung: Decke vorsichtig über das Tier legen, vor Wind schützen.
- Hitze: Schatten anbieten, vorsichtig kühlen (nicht eiskalt), Wasser anbieten nur wenn das Tier wach und schluckfähig wirkt.
4) Blutungen nur sanft versorgen
Wenn eine Blutung stark ist und du dich sicher fühlst, kannst du mit einem sauberen Tuch vorsichtig Druck ausüben. Keine Experimente mit Tourniquets oder festen Umschnürungen – das kann mehr schaden als helfen.
5) Wildtiere: Bitte nicht „einfach mitnehmen“
Viele Wildtiere stehen unter besonderem Schutz oder brauchen spezielle Versorgung. Außerdem kann das Verletzungsrisiko für dich hoch sein. In vielen Fällen ist es besser, das Tier zu beobachten, den Ort zu sichern und Hilfe gezielt dorthin zu lotsen.
Typische Notfälle – und was du beachten solltest
Angefahrenes Wildtier am Straßenrand
- Unfallstelle absichern, Warnblinker, Warndreieck.
- Tier nicht verfolgen, wenn es flüchtet.
- Standort merken und sofort melden: Richtung, Kilometer, markante Punkte.
Katze oder Hund eingeklemmt (z. B. Motorraum, Zaun, Fensterkippstellung)
- Nicht mit Gewalt ziehen.
- Wenn möglich beruhigen und Bewegungen verhindern.
- Situation genau beschreiben, damit geeignetes Equipment mitgebracht wird.
Vogel gegen Scheibe geflogen
- Wenn der Vogel benommen ist: ruhig, dunkel und sicher unterbringen (z. B. Karton mit Luftlöchern).
- Nicht füttern oder Wasser einflößen.
- Rasche Abklärung, ob Flügelverletzung vorliegt.
Verdacht auf Vergiftung
- Keine Hausmittel geben.
- Wenn bekannt: Stoff nennen (z. B. Rattengift, Schokolade, Frostschutzmittel).
- Wenn möglich: Verpackung aufheben, Foto machen.
Häufige Fragen zum Tiernotruf
Ist ein Tiernotruf auch für Wildtiere da?
Ja, in akuten Notsituationen kann auch bei Wildtieren Hilfe organisiert werden. Entscheidend ist, dass du den Fundort und die Situation möglichst genau beschreibst.
Was ist, wenn ich nicht sicher bin, ob das Tier wirklich Hilfe braucht?
Dann beschreibe, was du siehst: Verhalten, Verletzungen, Umgebung. Oft lässt sich am Telefon schnell einschätzen, ob ein Einsatz notwendig ist oder ob andere Stellen zuständig sind.
Kann ich das Tier selbst in die Tierklinik bringen?
Manchmal ist das möglich – aber nicht immer sinnvoll. Bei Wildtieren, schwer verletzten Tieren oder bei Gefahrenlage ist professionelle Hilfe oft die sicherere Option. Außerdem kann unsachgemäßes Transportieren Verletzungen verschlimmern oder für dich gefährlich werden.
Merkliste für den Ernstfall
- Ruhe bewahren und Umgebung sichern.
- Standort so genau wie möglich bestimmen.
- Tierart und Zustand beschreiben.
- Tier nicht unnötig anfassen oder bewegen.
- Bis Hilfe eintrifft: stressarm schützen, aber nicht überfordern.
Ein Tiernotruf kann Leben retten – und oft ist es deine schnelle, klare Information, die den entscheidenden Unterschied macht.

