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Medizinischer Tierrettungsdienst

Medizinischer Tierrettungsdienst

Hund in Notlage: Soforthilfe – was du jetzt tun kannst

Du brauchst gerade Hilfe? Wenn ein Hund akut leidet, zählt jede Minute. Auf dieser Seite findest du klare Sofortmaßnahmen, typische Fehler (die leider oft passieren) und eine schnelle Einordnung: Wann Tierarzt, wann Tierrettung, wann Feuerwehr.

Wichtiger Hinweis: Diese Anleitung ersetzt keine tierärztliche Behandlung. Bei schweren Symptomen oder Unsicherheit gilt: lieber einmal zu früh anrufen.

Gerät ein Hund in eine Notlage, ist schnelles und ruhiges Handeln wichtig. Unsere Tierrettung sorgt für eine sichere Versorgung und Betreuung des Tieres. Je nach Situation kann eine Hunderettung oder eine medizinische Tierrettung erforderlich sein. Bitte wenden Sie sich umgehend an unseren Tiernotdienst oder den 24h Tiernotruf.

Sofortmaßnahmen in 60 Sekunden

  1. Eigenschutz zuerst: Ruhig bleiben, Abstand halten, Lage prüfen. Ein Hund in Schmerzen kann schnappen – auch der eigene.
  2. Gefahr stoppen: Verkehr sichern, Hund aus Hitze/ Wasser/ Gefahrenzone bringen – aber nur, wenn du dich nicht selbst in Gefahr bringst.
  3. Hund sichern: Leine/Schleppleine nutzen. Wenn möglich Maukorb oder Behelfs-Maulkorb (z. B. mit Mullbinde/Schal) – nur wenn der Hund atmen kann und nicht erbricht/keine Atemnot hat.
  4. Atmung prüfen (10 Sekunden): Brustkorbbewegung sehen? Atemgeräusche hören? Luftstrom an der Nase fühlen?
  5. Starke Blutung stillen: Mit sauberem Tuch/Kompressen direkten Druck ausüben. Wenn durchtränkt: nicht abnehmen, sondern weiter aufpolstern.
  6. Schock vorbeugen: Hund warm halten (Decke), ruhig lagern, wenig bewegen. Kopf/ Hals in neutraler Position.
  7. Bei Verdacht auf Vergiftung: Substanz sichern (Verpackung, Köder, Pflanzenreste), Hund am Fressen hindern, sofort telefonische Hilfe holen.
  8. Bei Hitzeschlag: Sofort in den Schatten, langsam kühlen (lauwarm-kühles Wasser, nasse Tücher an Bauch/Leisten/Pfoten), kleine Schlucke Wasser anbieten, direkt Tierarzt anrufen.
  9. Bei Krampfanfall: Hund nicht festhalten, Umgebung sichern (Treppen, Möbelkanten), Zeit messen, nach dem Anfall ruhig halten und sofort abklären lassen.
  10. Jetzt entscheiden: Tierarzt / Tierrettung / Feuerwehr (siehe weiter unten) und alle Infos bereitlegen.

Das solltest du NICHT tun

  • Nicht in Panik handeln: Hektik verschlimmert Stress, Atemnot und Verletzungsrisiko.
  • Nicht selbst in Gefahr bringen: Keine Rettung auf Autobahnen/ Gleisen/ Eisflächen ohne Absicherung – dafür Feuerwehr/Profis rufen.
  • Keine Medikamente „für Menschen“ geben: Viele sind für Hunde giftig (z. B. Schmerzmittel).
  • Bei Vergiftung nicht „auf gut Glück“ Erbrechen auslösen: Das kann lebensgefährlich sein (z. B. bei ätzenden Stoffen, Schaum, Bewusstlosigkeit, Atemproblemen).
  • Bei Atemnot keinen Behelfs-Maulkorb anlegen: Atemwege müssen frei bleiben.
  • Keine Knochen/ Brot „gegen Fremdkörper“ geben: Kann ersticken oder Verletzungen verstärken.
  • Hund mit Verdacht auf Wirbelsäulen-/Beckenverletzung nicht ruckartig hochheben: Besser zu zweit stabilisieren und wie eine „Trage“ verwenden (Decke/Brett).
  • Bei Hitzeschlag nicht eiskalt schocken: Kein Eisbad. Zu schnelles Kühlen kann Kreislaufprobleme verstärken. Lieber kontrolliert, kontinuierlich kühlen.
  • Wunden nicht mit Puder, Salben oder Desinfektionsmitteln „fluten“: Wenn überhaupt: vorsichtig mit sauberem Wasser spülen und abdecken, dann ab zum Tierarzt.
  • Nicht warten, bis es „von allein besser“ wird, wenn Warnzeichen da sind (siehe Notfall-Symptome).

Welche Infos wir brauchen (damit Hilfe sofort los kann)

Wenn du anrufst (Tierarzt, Tierrettung, Feuerwehr), hilft diese Checkliste, damit keine Zeit verloren geht:

  • Ort: genaue Adresse, Stadtteil, Stockwerk, Zugangscode; draußen: Parkname, Wegpunkt, nächster Straßenname, markante Punkte; bei Verkehr: Fahrtrichtung, Kilometerangabe, Ausfahrt.
  • Tierart/Details: Hund, Größe/Gewicht geschätzt, Rasse (wenn bekannt), Alter, Chip/Marke, ob eigener Hund oder Fundtier.
  • Zustand: wach/benommen/bewusstlos, Atmung normal/angestrengt, Blutung ja/nein, Erbrechen/Durchfall, Krampf, Lahmheit, starke Schmerzen, Temperatur/Überhitzung, blasse/bläuliche Schleimhäute.
  • Was ist passiert: Unfall, Sturz, Biss, Giftaufnahme, Hitze, Wasser, Fremdkörper, eingeklemmt, Strom, Feuer/Rauch.
  • Zeitfaktor: wann begonnen (Minuten/Stunden), ob es sich verschlechtert.
  • Erreichbarkeit: Name, Rückrufnummer, wer vor Ort bleibt, ob du den Hund transportieren kannst.
  • Gefahrenlage: Verkehr, aggressive Tiere, Rauch/Brand, Eis/Strömung, unzugängliches Gelände.
  • Material vor Ort: Decke, Leine, Maulkorb, Transportbox, Verbandmaterial, Auto verfügbar.

Tipp: Wenn möglich, mache ein kurzes Video (Atmung, Gangbild, Anfall) und Fotos (Köder/Verpackung/Umgebung). Das kann Diagnostik und Hilfe beschleunigen.

Notfall-Symptome: Wann ist es kritisch?

Bei diesen Zeichen gilt: sofort handeln und telefonische Hilfe holen – nicht abwarten.

  • Bewusstlosigkeit, starke Benommenheit, Kollaps
  • Atemnot: hecheln ohne Abkühlung, röcheln, bläuliche Zunge, gestreckter Hals, kaum Luft bekommen
  • Starke Blutung oder Blut, das nicht zu stoppen ist
  • Krampfanfälle (insbesondere länger als 2–3 Minuten oder wiederholt)
  • Aufgeblähter Bauch, Würgen ohne Erbrechen, Unruhe (Verdacht auf Magendrehung)
  • Hitzeschlag: starkes Hecheln, taumeln, Erbrechen, glasiger Blick, Kollaps
  • Verdacht auf Vergiftung: plötzliches Speicheln, Zittern, Erbrechen, Durchfall, Schwäche
  • Schwere Verletzung nach Unfall/ Sturz, sichtbarer Knochen, offene Wunde
  • Starke Schmerzen, Schreien, nicht mehr aufstehen, deutliche Fehlstellung
  • Ertrinken/Beinahe-Ertrinken, Husten nach Wasseraufnahme, schaumiger Ausfluss

Wann Tierarzt – wann Tierrettung – wann Feuerwehr?

1) Wann zum Tierarzt (oder tierärztlicher Notdienst)?

Tierarzt ist die richtige erste Adresse, wenn der Hund medizinische Versorgung braucht und du ihn sicher transportieren kannst.

  • Wunden, Bissverletzungen, Lahmheit, Verdacht auf Bruch (wenn stabil transportierbar)
  • Erbrechen/ Durchfall mit gutem Allgemeinzustand, aber anhaltend oder mit Blut
  • Augenverletzung, starke Schmerzen, plötzliche Lahmheit
  • Fremdkörper-Verdacht ohne akute Atemnot (z. B. Spielzeug geschluckt)
  • Vergiftung: immer telefonische Rücksprache, danach je nach Anweisung sofort hinfahren

Transport-Tipp: Hund möglichst ruhig halten, wenig bewegen. Bei Verdacht auf Wirbelsäule/Becken zu zweit „Trage“ nutzen (Decke/Brett). Bei Angst/Schmerz: Maulkorb, wenn es die Atmung zulässt.

2) Wann Tierrettung / Tierambulanz?

Tierrettung ist sinnvoll, wenn du den Hund nicht sicher bewegen/transportieren kannst oder eine professionelle Bergung nötig ist, aber keine akute Großgefahr (Brand/Verkehr) besteht.

  • Hund verletzt und nicht transportfähig (starke Schmerzen, Verdacht auf Wirbelsäule, sehr großer Hund ohne Helfer)
  • Fundhund in schlechtem Zustand, der sich nicht anfassen lässt
  • Hund steckt fest (Dornen/Zaun/Unterstand), Situation ist stabil, aber ohne Spezialwissen nicht lösbar
  • Rettung aus unübersichtlichem Gelände, wenn keine unmittelbare Lebensgefahr für Menschen besteht

Wichtig: Je nach Region ist Tierrettung unterschiedlich organisiert. Wenn du unsicher bist oder Gefahr besteht, ist die 112 die richtige Wahl.

3) Wann Feuerwehr (112)?

Feuerwehr über 112, wenn eine akute Gefahr besteht oder technische Rettung nötig ist – insbesondere, wenn Menschen gefährdet sind oder du den Hund ohne Spezialausrüstung nicht retten kannst.

  • Hund auf Autobahn/Bahnstrecke, in Tunnel/Brücke/gefährlichem Verkehr
  • Brand/Rauchgas, Hund in brennender Wohnung, CO-Verdacht
  • Hund im Eis eingebrochen, starke Strömung, steiler Abhang
  • Hund in Schacht/Gully/engen Hohlräumen, Gefahr durch Einsturz/Erstickung
  • Unfalllage mit eingeklemmtem Hund oder wenn du dich selbst gefährden würdest

Merksatz: Wenn du für die Rettung Leiter, Schneidwerkzeug, Seile oder Absicherung brauchst – oder Gefahr für Menschen besteht – 112.

Konkrete Situationen: Was tun bei…

Hund wurde angefahren (Verkehrsunfall)

  • Verkehr sichern (Warnblinker, Abstand, Helfer einweisen), Eigenschutz beachten.
  • Hund vorsichtig sichern, bei Schmerzen ggf. Maulkorb (nur wenn keine Atemnot/Erbrechen).
  • Blutung drücken, Hund warm halten, möglichst wenig bewegen.
  • Sofort Tierarzt/Notdienst; bei gefährlicher Verkehrslage oder Bergung: 112.

Hund hat Atemnot oder droht zu ersticken (Fremdkörper)

  • Ruhe bewahren, Hund nicht stressen, Halsband lockern.
  • Nur wenn sicher möglich: Maul öffnen, sichtbaren Fremdkörper vorsichtig entfernen (nicht tiefer schieben).
  • Bei schwerer Atemnot: sofort 112 oder tierärztlicher Notdienst telefonisch, während eine zweite Person fährt.
  • Kein „Brot geben“, kein blindes Herumstochern.

Hitzeschlag (Sommer, Auto, pralle Sonne)

  • In den Schatten, kontrolliert kühlen (lauwarm-kühles Wasser, nasse Tücher an Bauch/Leisten/Pfoten).
  • Kleine Schlucke Wasser anbieten, nicht zwingen.
  • Unverzüglich Tierarzt/Notdienst – Hitzeschlag ist ein absoluter Notfall.
  • Kein Eisbad, nicht komplett in eiskaltes Wasser tauchen.

Vergiftung / Giftköder-Verdacht

  • Hund vom Fressen abhalten, Reste sichern (Köder/Verpackung/Pflanzen).
  • Symptome beobachten (Zittern, Speicheln, Erbrechen, Durchfall, Schwäche).
  • Sofort Tierarzt/Notdienst anrufen und Stoff/Menge/Zeitpunkt nennen.
  • Nicht eigenständig Erbrechen auslösen, keine Milch/Öl „Hausmittel“ geben.

Krampfanfall

  • Hund nicht festhalten, Umgebung sichern, Licht/ Geräusche reduzieren.
  • Zeit messen: Dauer ist wichtig für die Einordnung.
  • Nach dem Anfall: Hund ruhig halten, warm halten, tierärztlich abklären.
  • Bei wiederholten Anfällen oder > 2–3 Minuten: sofort Notdienst.

Starke Blutung / tiefe Wunde

  • Direkten Druck mit sauberem Tuch/Kompressen, weiter aufpolstern.
  • Hund ruhig lagern, warm halten, Schock vermeiden.
  • Sofort Tierarzt/Notdienst. Bei unstillbarer Blutung oder Kreislaufproblemen: 112 erwägen.

Hund steckt fest (Zaun, Gitter, Engstelle)

  • Hund beruhigen, eigene Hände schützen (Handschuhe/Decke).
  • Wenn möglich Druck entlasten (z. B. Zaun auseinanderdrücken), nicht ruckartig ziehen.
  • Bei Verletzungsgefahr/technischer Rettung nötig: 112 oder Tierrettung.

Hund im Wasser (Beinahe-Ertrinken)

  • Nur retten, wenn du dich nicht selbst gefährdest (Strömung/Eis: 112).
  • Nach Rettung: Hund warm halten, Atmung beobachten.
  • Auch wenn er „wieder fit wirkt“: tierärztliche Kontrolle, da sich Atemprobleme verzögert entwickeln können.

Verdacht auf Magendrehung (Bauch aufgebläht, Würgen ohne Erbrechen)

  • Absoluter Notfall: keine Zeit verlieren.
  • Hund ruhig halten, nicht füttern, nicht trinken lassen.
  • Sofort tierärztlichen Notdienst anrufen und direkt losfahren.

So erreichst du schnell Hilfe

Wenn du nicht weißt, welche Stelle zuständig ist, entscheide nach der Gefahr:

  • Akute Gefahr / technische Rettung / Brand / Verkehr / Eis / unzugängliche Lage: 112
  • Medizinischer Notfall, Transport möglich: Tierarzt / tierärztlicher Notdienst
  • Transport nicht möglich, Bergung/Handling schwierig, aber keine akute Großgefahr: Tierrettung / Tierambulanz

Wenn du jetzt anrufst: Halte diese Informationen bereit: Ort, Zustand, was passiert ist, Rückrufnummer. So kann Hilfe ohne Rückfragen starten.

Mini-Checkliste für den Transport zum Tierarzt

  • Decke als Trage, ggf. zweite Person organisieren.
  • Maulkorb (nur wenn keine Atemnot/Erbrechen), ansonsten Abstand halten und sichern.
  • Hund warm halten, ruhig sprechen, keine unnötigen Bewegungen.
  • Bei Blutung: Druckverband/Druck halten während der Fahrt.
  • Bei Vergiftung: Substanz/Verpackung mitnehmen.

Häufige Fragen

Der Hund ist nicht meiner – darf ich helfen?

Ja: Gefahren abwenden, Hund sichern und Hilfe organisieren ist sinnvoll. Achte auf Eigenschutz. Bei aggressivem Verhalten Abstand halten und Profis rufen.

Der Hund lässt niemanden ran – was dann?

Nicht versuchen, ihn zu überwältigen. Abstand halten, Umgebung sichern, Hund „eingrenzen“ (z. B. mit Auto/Abstand/ruhiger Stimme) und Tierrettung/112 kontaktieren, je nach Gefahr.

Ich bin unsicher, ob es wirklich ein Notfall ist

Wenn Symptome schnell schlimmer werden, der Hund starke Schmerzen zeigt, nicht normal atmet oder apathisch wirkt: behandle es als Notfall und rufe an. Bei Unsicherheit lieber telefonische Einschätzung einholen.

Call-to-Action: Wenn du Hilfe brauchst, sende/nenne uns direkt: Ort, Zustand, Erreichbarkeit. Je klarer die Infos, desto schneller kommt Unterstützung.

Tier in Not? Jetzt richtig handeln

Wenn ein Tier verletzt ist, starke Schmerzen zeigt oder sich in akuter Gefahr befindet, zögern Sie nicht. Jede Minute kann entscheidend sein.

Kontaktieren Sie jetzt den zuständigen Tierrettungsdienst oder den tierärztlichen Notdienst und schildern Sie Ort, Tierart und Zustand so genau wie möglich.

Bleiben Sie ruhig, sichern Sie die Umgebung und warten Sie auf professionelle Hilfe.

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